• Projekt Sophie

    Ein ehrenamtliches Projekt stellt sich vor.

    Seit Oktober 2009 gibt es in Jever das Projekt Sophie. Den Anfang machten Anke Casper, Anika Gräßner-Weber und Alke Sindern mit ihrem ausgebildeten Besuchshund Flo. Mittlerweile bilden wir ein Team aus 16 verlässlichen Paten, die alle in Kooperation ehrenamtlich miteinander im Alten- und Pflegeheim Sophienstift in Jever arbeiten. Wir kümmern uns dort um die alten, teils dementen /schwer dementen, sowie pflegebedürftigen Bewohner. Das Besondere an unserem Projekt Sophie ist die große "VERLÄSSLICHKEIT".

    Was am Anfang noch ein kleines Pflänzchen war, ist inzwischen ein wunderbarer, kräftiger Baum geworden.

    Wir sind ein "Generationsübergreifendes Projekt".

    Zusammen mit den Sonnenkäferkindern aus der privaten Kita, dem "Sonnenkäferhaus" von Dipl.-Pädagogin Anika Gräßner-Weber versuchen wir den alten, erkrankten und hilfsbedürftigen Menschen im Sophienstift ein klein wenig Sonne und Freude in ihren Alltag zu bringen. Wir möchten mit Liebe, Freude, Zuwendung, Engagement und ganz viel Geduld, immer wieder ALT und JUNG behutsam zusammenführen, ohne dabei die kleinen Kinder, aber auch unsere alten Menschen, zu überfordern. Alle zu begeistern und zu motivieren, um so eine starke Verbindung zwischen den Generationen herzustellen, das sehen wir als unsere wunderschöne Aufgabe an. Die kleinen Sonnenkäferkinder verstehen es mit ihrer unkomplizierten Art, ihren "OMAS UND OPAS" ein kleines Lächeln zu entlocken, was bei teils dementen/ schwerstdementen, alten Menschen natürlich immer schwieriger ist! Aber die Kinder müssen keine Hemmschwelle überwinden, wie manche Erwachsene!

    Besonders freuen wir uns, dass seit 2015 Kosmetikschülerinnen der BBS unsere Bewohner regelmäßig besuchen, um diese mit Hand- und Fußmassagen, sowie Kosmetikbehandlungen zu verwöhnen. Die Bewohner genießen die ruhige entspannende Zeit mit den jungen Frauen. Die Schülerinnen profitieren aber auch davon, lernen sie doch für ihren späteren Beruf sich mit dem Thema "Alter und Demenz" vertraut zu machen, das wird auch von der Schulleitung als sehr positiv gesehen. Wichtig ist dabei, dass erst Paten vom Projekt zu den Schülerinnen in die Klasse gehen, um sie über das schwierige Thema Demenz aufzuklären. Es kommen nur diejenigen Schülerinnen ins Haus, die dies auch gerne und freiwillig machen.

    Für unser soziales Engagement erhielten wir 2013 den Ehrenpreis der Stadt Jever.

    Für unser Generationsübergreifendes Projekt den Johann - Bünting Ehrenpreis 2013.

    Kataster Barrierefreiheit in Jever
    Das Projekt Sophie setzt sich auch außerhalb des Sophienstiftes für Menschen mit Handicap ein.

    Auf unseren regelmäßigen Spaziergängen durch die Stadt fiel uns auf, dass es teilweise fast unmöglich ist, sich mit Rollstuhl, Rollator oder auch mit dem Kinderwagen durch die Straßen bewegen zu können. Geschäfts- und Restaurantbesuche, Behördengänge, Arztbesuche, werden oft zur Qual.

    Darum erstellten wir im Februar 2014 ein Kataster, das wir dem Stadtrat, der Presse und der Öffentlichkeit vorstellten. Dieses listet die Hindernisse in unserer Stadt auf. Wir möchten gemeinsam mit den Geschäftsleuten, Ärzten, Behörden und vielen anderen Institutionen sowie Einrichtungen versuchen, eine Lösung zu finden, um zum Beispiel die Eingänge und Toiletten behindertengerecht zu gestalten. Wir denken dabei unter anderem an das Anbringen von Klingeln und den Einsatz von Rampen.

    Wir konnten unser überarbeitetes Kataster 2015 der Presse, dem Bürgermeister, der Polizei und dem Stadtrat vorstellen und ernteten dafür großes Lob in der Öffentlichkeit.

    Das Ergebnis dieses Katasters wurde von der Küstenschmiede GmbH Software & Design in eine interaktive Karte eingearbeitet. Diese ist einzusehen auf der Webseite von Jever Aktiv.

    Denn natürlich ist es sehr wichtig, kooperativ mit allen gemeinsam zu arbeiten Wir möchten uns dafür einsetzten, dass Fehler bei der Planung von vornherein ausgeschlossen werden. Kein Architekt, kein Bauleiter, keine Behörde sollte die Genehmigung zu einem Neubau, Umbau usw. erteilen, wenn sich nicht von vornherein Gedanken über die Barrierefreiheit gemacht wurden. Erste Erfolge haben sich bereits eingestellt, denn einige Hindernisse wurden inzwischen von Seiten der Stadt und auch von der Schlossverwaltung aus dem Weg geräumt.

    Das Projekt macht sich stark für das Leitbild der Stadt Jever 2025 "JEVER EINE BARRIEREFRE STADT ".

    Beispiele:
    • Absenkung von zu hohen Kantsteinen
    • Ausbau von Behinderten-Parkplätzen(Theater am Dannhalm)
    • Verlängerung von zu kurzen Ampelphasen
    • Vermeidung von Autos, Mülltonnen und Gastronomie-Stühlen/Tischen auf den Bürgersteigen
    • Kontrolle in Autofreien Straßen/ Fußgängerzonen
    • Barrierefreie Zugänge / Toiletten zu / in Lokalen, Geschäften, Behörden, Museen, Hotels, Arztpraxen, Apotheken, Kitas, Schulen, Sporthallen u.a.
    • Barrierefreier Zugang zum Bahnhof
    • Geschwindigkeitsreduzierung - 30km/h vor Altenheimen und Schulen
    • Den "neuen" Friedhof in Jever mit barrierefreien Eingängen
     
    Planungen für die Zukunft:
    • Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit für Menschen in Pflegeeinrichtungen
    • Förderung von generationsübergreifenden Projekten
    • Netzwerke mit weiteren Pflegeeinrichtungen
     
  • Bild vom Wort Projekt

    Ziele & Zielgruppen

    Das "Projekt Sophie" möchte auch ein kleiner „Kummerkasten" sein bei Problemen, die die älteren Menschen, aber auch deren Angehörigen belasten - ein Sprachrohr zwischen Heimleitung und Personal. Es gehört inzwischen zum "Team" im Sophienstift und wird auch so überwiegend anerkannt. Da, wo dem Personal oft einfach die Zeit fehlt, sich den Bewohnern mehr zuzuwenden, weil die tägliche Pflege keinen Spielraum dafür bietet, da versucht das Team vom "Projekt Sophie" einzuspringen und unterstützend zu helfen.

    Wir möchten zum Wohle der Menschen in den Heimen handeln. Wir möchten ihr Kontakt zur Außenwelt sein, die zwar eigentlich ganz nah ist, aber trotzdem für diese Menschen oft zu weit entfernt. Neben den Kindern, brauchen aber ganz besonders auch diese alten, oft hilfsbedürftigen Menschen in den Heimen unseren Schutz und unsere aktive Hilfe sowie tatkräftige Unterstützung. Denn gerade sie sind ein sehr schwaches Glied in unserer Gesellschaft, welches "draußen in der Öffentlichkeit " oft gar nicht, bzw. kaum wahrgenommen wird.

    Eine Auswahl an Presseberichten über unsere bisherigen Tätigkeiten stellen wir Ihnen gerne zur Einsicht zur Verfügung. Sie liefern einen weiteren Querschnitt unserer Tätigkeiten. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei unseren Sponsoren nochmals ganz herzlich für Ihre Unterstützung bedanken. Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen!

  • Programme

    Es gibt jeden Monat einen festen Terminplan, der im Sophienstift sichtbar aushängt wird. Zum Beispiel:
    • Montags kommen 3 Paten, zum Erzählen, Zuhören, Trösten, Vorlesen.
    • Montags kommt auch der Besuchshund Flo zu den bettlägerigen Bewohnern.
    • Jeden 2. Dienstag: "Lieder/Spiele" von früher mit den Sonnenkäferkindern und Paten
    • Jeden 2. Dienstagnachmittag: "Tee-Zeit" - Klönen und Genießen in kleiner Runde
    • Jeden 1. Mittwoch im Monat: "Wunschkochen" für alle 42 Bewohner mit einer Hauswirtschafterin vom Projekt und ihrem Sophie Koch-Team. Es werden überwiegend frische Zutaten vom Wochenmarkt eingekauft. Die Bewohner können sich ihr LIEBLINGSESSEN wünschen.
    • Jeden 2. Mittwoch spielt eine kleine Gruppe "Bingo" unter Anleitung.
    • Jeden 3. und 4. Mittwoch "Singen" bekannter, alter Volkslieder und Schlager
    • Donnerstagnachmittag kommen die Sonnenkäferkinder zum Singen, Spielen, Tanzen
    • Donnerstagnachmittag kommt der "Liederbote" ins Haus zum " Erinnerungssingen"
    • Jeden 1. und 3. Donnerstagvormittag gibt es "Gesellschaftsspiele" in kleiner Gruppe
    • Jeden letzten Donnerstagnachmittag im Monat: "Besuch im Café Maria."
      Hier gehen 10 Paten mit den Bewohnern im Rollstuhl in das barrierefreie Café. Es wird versucht, immer abwechselnd, andere Bewohner mitzunehmen. Hierbei geht es auch darum, die Angehörigen zu entlasten, die täglich ihre Lieben im Heim besuchen.
    • Abwechselnd jeden 2. und 3. Freitag im Monat: Gestaltung und Ausführung eines "Gottesdienstes" durch Paten vom Projekt Sophie, sowie den Sonnenkäferkindern, im Wechsel mit Pastor Möllenberg.
    • "Geburtstagbesuch" einer Patin bei den Bewohnern.
     
    Darüber hinaus werden durch das Projekt jahreszeitenabhängig weitere Veranstaltungen/Feste organisiert und ausgeführt:
    • Kürbisfest mit Laterne-Laufen zusammen mit den Sonnenkäfer-Kindern und den Paten. Dabei wird gemeinsam gesungen und Bratwurst gegessen. Dadurch wird auch die Zusammenarbeit mit den Geschäftsleuten in Jever unterstützt.
    • Am jährlichen Frühjahrsputz nehmen wir gemeinsam mit den Kindern, Bewohnern und Paten in der Fußgängerzone teil. Es werden fröhliche Lieder dabei gesungen und die Bewohner mit den Paten begleiten die Kinder bis ins Sonnenkäferhaus.
    • Die Kinder und Paten spazieren mit den Bewohnern, wenn Wetter es zulässt, über den Wochenmarkt, probieren hier und dort und singen fröhliche Lieder vor der Stadtkirche.
    • Zum Erntedankfest singen wir gemeinsam mit den Sonnenkäferkindern in der Fußgängerzone.
    • Zum Advent wird der Tannenbaum bei Theda und Lumpi (Fußgängerzone) geschmückt und es werden dazu schöne Weihnachtslieder gesungen.
    • Es gibt ein großes, gemeinsames Lichterfest im Sophienstift, mit den Sonnenkäferkindern, deren Eltern, sowie Bewohnern und Paten. Gestaltet und finanziert vom Sonnenkäferhaus und vom Projekt.
    • Es gibt eine Weihnachtsfeier mit den Sonnenkindern. Dann singen und musizieren wir vor dem wunderschönen von Paten geschmückten Tannenbaum.
    • Im Dezember gestaltet Projekt Sophie den "Lebendigen Adventskalender" im Sophienstift in Zusammenarbeit mit der Kirche.
    • Das jährliche "Weihnachtliche Singen" mit dem Stadtchor im Sophienstift wird unterstützt und organisiert von Paten des Projekts.
    • Das gemeinsame "Bosseln" in den Anlagen unserer Stadt, mit den Sonnenkäferkindern, den Eltern, Paten und den Bewohnern, hat schon Tradition. Das anschließende "Grünkohlessen" mit Wahl der Grünkohlkönige sorgt für große Freude. Hier kocht wieder unsere Hauswirtschafterin für alle Bewohner im Haus.
    • Die Unterstützung der Eltern der kleinen Sonnenkäferkindern spielt dabei eine wichtige Rolle, denn viele der Kinder haben keine Großeltern mehr, bzw. diese wohnen nicht in unserer Stadt. Somit empfinden auch die Eltern unsere gemeinsamen Aktivitäten als sehr positiv und beglückend.
    • Das jährliche Rosenmontagsfest ist immer wieder sehr lustig. Es erfreut unsere Bewohner und uns Paten. Wir singen, lachen und essen gemeinsam selbstgebackene Bamboisjes. Ein sehr liebenswerter "Gast" besucht dann unsere Bewohner und erfreut sie mit lustigen Sketchen und plattdeutschen Geschichten.
    • Teilnahme am Tag der älteren Generation unserer Stadt mit Bewohnern und Paten.
    • Besuch vom Seniorennachmittag beim Altstadtfest in Jever mit Bewohnern und Paten.
    • Besuch im Hospiz in Jever. Gemeinsam mit einigen Sonnenkäferkindern, deren Eltern und Paten vom Projekt, besuchen wir dort die Gäste im Hospiz und bringen ihnen ein wenig "Sonnenschein" ins Haus. Bewohner des Pflegeheimes Sophienstift kommen nicht mit dazu, es sei denn, sie wünschen dies ausdrücklich.
    • "Kino für Menschen mit Demenz". In Kooperation mit den KINOFREUNDEN Jever wird viermal im Jahr ein Film für demente und alte Menschen, die in den Heimen leben, im Kino "Filmservicecenter" in der Bahnhofstraße gezeigt. Dieser Filmnachmittag wird organisiert und begleitet von Paten des Projekts. Karten für diese Vorstellungen werden nur vom Projekt weitergegeben.
      Es wird ein "Wunschfilmprogramm" der Menschen mit Handicap in Zusammenarbeit mit dem Projekt erstellt.
     
    Innengestaltung Sophienstift
    Wir gestalten die Flure mit jahreszeitlichen Dekorationen im Sophienstift, um den Bewohnern ein angenehmes Ambiente bieten zu können (überwiegend finanziert durch Spenden, oder eigene, handwerkliche Leistungen).

    Es gibt mehrere verschiedene Bereiche:
    • Themenbereich Entspannen (Sitzecke, Erinnern, Wohlfühlen)
    • Themenbereich Strand (Strandkorb, Leuchtturm, Meeresrauschen)
    • Themenbereich Laube (Sitzgruppe, Wohlfühlen und Träumen)
    • Terrassen Café (Sitzgruppe im Grünen für Bewohner und Gäste)
    • Themenbereich Wellness: Ein kleiner Wellnessraum sorgt für Schutz, wenn die Kosmetikerinnen kommen und unsere Bewohnerinnen, aber gerne auch Bewohner verwöhnen
    • Raum des Abschieds: Es gibt einen wunderschönen Raum des Abschieds (Gestaltung, Idee, Ausführung vom Projekt Sophie, finanziert durch eine Spende von Angehörigen einer verstorbenen Bewohnerin).